HISTORIE


1961


Am 12. April 1961 fand das erste Fußballspiel eines zusammengewürfelten Teams aus Mitgliedern des Deutschen Bundestages gegen eine VIP-Mannschaft "Funk und Fernsehen" des WDR statt.
Mehrere zehntausend Zuschauer, darunter Bundestrainer Sepp Herberger sowie der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt, schauten sich dieses Wohltätigkeits-Match im damaligen Gronau-Stadion in Bonn begeistert an.

Während sich die Parlaments-Auswahl u.a. den ehemaligen Nationalspieler Franz Albern und den Ehrenspielführer der Fußballnationalmannschaft Fritz Walter als Verstärkung holte, standen für die Promi-Elf u.a. Schauspieler Willi Millowitsch, Ernst Huberty und Toni Turek auf dem Platz.

Das Ergebnis des Freundschaftsspiels ist hart erkämpft, aber eindeutig: 5:3 für die Abgeordneten.
Der FC Bundestag ist an diesem Tag (noch) in weiter Ferne: Die Spieler haben sich allein eingefunden, um Geld für den guten Zweck (immerhin 10.000 DM für Sozialprojekte) zu sammeln.

1964


Bundestagspräsident Eugen Gerstenmeier führte beim zweiten Benefizspiel der Parlamentarier gegen eine Mannschaft der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ am 28. April 1964 den Anstoß aus.

Etwa 3.000 Zuschauer füllten die Ränge des Gronau-Stadions in Bonn.

Unter der Regie des Kaiserslauterer FIFA-Unparteiischen Albert Dusch traten für die Bundestags-Mannschaft u.a. die Bundesminister Bruno Heck und Richard Stücklen sowie National-Torhüter Toni Turek an.

Die Promi-Mannschaft verstärkten Boxer Bubi Scholz, Olympiasieger Armin Hary, die Schauspieler Maximilian Schell und Dieter Hildebrandt sowie Fußball-Legende Fritz Walter.

Trotz vollen Einsatzes verloren die Abgeordneten gegen die Kicker des VIP-Teams mit 4:7; der Erlös kam erneut sozialen Einrichtungen zugute.

1967


Dieses Benefiz-Spiel war für Adolf Müller-Emmert (SPD) Anlass, eine Abgeordneten-Mannschaft zu gründen.

Zu den weiteren Gründungsvätern gehörten Hans Apel (SPD), Alwin Brück (SPD), Manfred Wörner (CDU) und Anton Stark (CDU).

Sie verband das gemeinsame Ziel, mit den fußballbegeisterten Parlamentariern aller Fraktionen möglichst einmal wöchentlich zu trainieren und natürlich regelmäßig in Freundschafts-Spielen gegen das runde Leder zu treten.

Müller-Emmert wurde von den Gründungsmitgliedern dann auch zum ersten Kapitän des FC Bundestag gewählt und kommentierte den Beginn der Fußball-Elf des Deutschen Bundestages mit den Worten: „Außer dem Fußball haben wir kaum etwas in Bonn, was uns Freude macht.“.

Fortan trainierten die Spieler immer donnerstags in der Mittagspause im Bonner Gronau-Stadion oder an den Rheinwiesen und traten gegen Mannschaften aus Sport, Kultur und Wirtschaft aus allen Teilen der Bundesrepublik - äußerst selten auch bei Auswärtsspielen - an.

1971


Es war diese Mannschaft unter Müller-Emmert, mit der „Europas Parlamentsfußball“ erwachte. In Altstätten (Schweiz) wurde 1971 die erste Europameisterschaft der Parlamentarier ausgetragen - so etwas hatte es auf Parlamentsebene bislang nicht gegeben.

Die Abgeordneten-Fußball-Teams der Schweiz, Deutschlands, Österreichs und seit 1977 auch Finnlands treten seitdem bei dem einmal jährlich stattfindenden Internationalen Parlamentarier-Fußballturnier gegeneinander an.

Diese sportliche Begegnung eignet sich - damals wie heute - hervorragend, um die kollegialen Beziehungen der Volksvertreter über die Ländergrenzen hinweg auszubauen und zu pflegen.

1988


Einer der Höhepunkte in der bewegten Geschichte des FC Bundestag war die Audienz der Parlamentarier-Mannschaft unter Kapitän Klaus Rose (CSU) im Petersdom in Rom bei Papst Johannes Paul II.

Der Heilige Vater soll bei der Überreichung des schwarz-rot-goldenen Mannschafts-Wimpels ungläubig gestaunt und den Spielführer gefragt haben: „Sie wollen gegen das römische Parlament spielen - und gewinnen?“

Offenbar war der sportinteressierte Papst bestens über die Spielstärke der italienischen Abgeordneten informiert, denn das Spiel ging 1:2 verloren.

1990


Zwei Wochen vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland praktizierten die Abgeordneten des FC Bundestag und die der Volkskammer der ehemaligen DDR die Vereinigung auf dem Fußballplatz.
Die Schirmherrschaft dieses einzigartigen Spiels unter dem Motto „Tore für die deutsche Einheit“ übernahmen die damalige Präsidentin der Volkskammer Sabine Bergmann-Pohl und die Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D. Rita Süssmuth.

Das Spiel fand im Heimstadion des FC Dynamo Berlin im Sportforum Hohenschönhausen mit 1.000 Zuschauern und vielen Reportern und Kamerateams statt und endete 2:2.

Die Einnahmen von 100.000 DM kamen einem sozialen Projekt für Menschen mit Behinderung in Leipzig zugute.

1992


Die bislang höchste Niederlage in der Geschichte des FC Bundestag bescherte der Mannschaft ein Allstar-Team in Rottach-Egern vor 5.000 Zuschauern.

Die Parlamentarier verloren 4:14, gewonnen aber hatte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), das sich über die Spende von 100.000 DM freute.

Dem Appell von Bundeskanzler Helmut Kohl waren Allstars wie Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge, Toni Schuhmacher, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Bernd Hölzenbein, Hannes Löhr, Helmut Haller, Hansi Müller, „Buffy“ Ettmeyer und „Bulle“ Roth.

1996


Als beim Spiel in Namibia gegen dessen Parlaments-Elf spontan der deutsche Botschafter Hanns Schumacher als Torhüter einsprang, brach - für den Diplomaten und die Spieler des FC Bundestag völlig überraschend - frenetischer Jubel und tosender Beifall aus.

Der Grund für den Begeisterungssturm war ein Irrtum: Die Zuschauer verwechselten ihn aufgrund der Namensähnlichkeit mit dem Ex-National-Torhüter Toni Schumacher!

Bedauerlicherweise blieb dies das letzte Spiel auf dem afrikanischen Kontinent.

Nachdem die Parlamentarier-Elf zuvor bereits in Togo vor mehr als 30.000 Zuschauern und auch in Kenia und Tansania vor vielen Fußball-Begeisterten gegen die jeweiligen Parlamente gespielt hatte, titelte die BILD-Zeitung mit der Schlagzeile „Politiker auf Fußball-Ausflug in Afrika“ und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus.

Dass die Mitglieder der Abgeordneten-Mannschaft sich bei ihrem Besuch Namibia als Fachpolitiker über deutsche Entwicklungshilfe-Projekte der ehemaligen deutschen Kolonie informieren und den seit 1990 unabhängigen Staat beim Aufbau des Parlamentarismus unterstützen wollten, spielte danach ebenso wenig noch eine Rolle, wie der Umstand, dass man mit einer Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr mitgeflogen war, die Materialgüter nach Namibia bringen sollte.

1999


Auch nach dem Umzug des Deutschen Bundestages vom beschaulichen Bonn in die neue Hauptstadtmetropole steht für viele Abgeordnete jeden Dienstagabend in Sitzungswochen weiterhin der Fußball fest auf dem Programm.

Schließlich bleiben auch unter dem seit zwei Jahren amtierenden Kapitän Klaus Riegert Kondition, Fitness und Fairplay im parlamentarischen Alltag des hektischen Berlins unerlässlich.

Zum neuen Heimstadion wird der Fußballrasen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

2004


Das erste Benefizturnier fand in der neuen Sporthalle des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses statt. Der FC Bundestag übernahm dabei (auch für die kommenden zwei Jahre) die Schirmherrschaft für die Agapedia-Stiftung von Jürgen Klinsmann, die Kindern in Not vorwiegend in Osteuropa, hilft.

Der spätere Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Sportminister Otto Schily ließen es sich nicht nehmen, das Spiel live mitzuverfolgen und auch bei der anschließenden Übergabe des Spendenschecks i.H.v. 25.000 € zugegen zu sein.

Das Spiel gegen die Skisprung-Nationalmannschaft mit den Olympiasiegern und Silbermedaillen-Gewinnern Martin Schmitt, Michael Uhrmann, Christoph Duffner und Björn Kircheisen in Künzelsau blieb trotz der klaren Niederlage - auch Schauspieler Peter Lohmeyer konnte diese auf Seiten des FC Bundestag leider nicht verhindern - noch vielen Abgeordneten in Erinnerung.

2016


Bislang lediglich ein Team unter mehreren in der Sparte „Fußball“ der seit 1951 bestehenden Sportgemeinschaft des Deutschen Bundestages beschließen die Mitglieder der Parlaments-Elf auf Initiative ihres Spielführers Marcus Weinberg am 16. September 2016 die Gründung ihres eigenen, unabhängigen Vereins: fortan trägt der FC Bundestag das Kürzel „e.V.“ im Namen.

Er bekennt sich in seiner Satzung zu Toleranz, Fairness, Verzicht auf Gewalt, Weltoffenheit sowie Völkerverständigung und positioniert sich klar gegen jede Form von Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus sowie fremdenfeindliche Bestrebungen.

2017


Neben der jährlichen Europameisterschaft der Parlamentarier, die in Hamburg ausgetragen wurde, und dem seit nunmehr 13 Jahren stattfindenden Benefiz-Fußballturnier des FC Bundestages, reisten die Kicker des FC Bundestag im Sommer nach Israel für ein Freundschafts-Spiel gegen die Mannschaft der Knesset.

Anlass war das 30-jährige Jubiläum des ersten Spiels der Deutschen Nationalmannschaft gegen die National-Elf aus Israel im Jahre 1987.

2019


Nach sechs Jahren als erfolgreicher Kapitän reichte Marcus Weinberg die Binde an seinen CDU-Kollegen Fritz Güntzler weiter. Der ehemalige Spielführer bleibt dem FC Bundestag erfreulicherweise als Abwehrspieler erhalten.

Zu den besonderen Höhepunkten der Saison zählen die Spiele gegen das Inklusions-Team des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), die Mannschaft aus Geflüchteten und Mitarbeitern des UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) sowie das Rückspiel gegen die Auswahl der russischen Staatsduma.



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Liz Oys

Büro Fritz Güntzler MdB (Kapitän)
Vorstandsvorsitzender des FC Bundestag e.V.
Platz der Republik 1
11011 Berlin
E-Mail: fcbundestag@bundestag.de
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